Marco Flierl

"Um das Schöne hervorzurufen, muss man das Negative kennen, es handhaben können, damit das Positive zu Tage treten kann. Dies ist keine Philosophie, sondern eine kleine Einführung in die Technik des Arbeitens im Sandguss, die wir in einigen der Symposien als bevorzugte Arbeitsweise einsetzten. Alles wird spiegelverkehrt gearbeitet, Konvexes wird konkav usw. Man muss sich in sein Werk von innen nach außen vertiefen. Das erfordert konzentriertes Vorstellungsvermögen.“ Marco Flierl
Marco Flierl's fast ausschließlich in Bronze gegossenen, immer figürlichen Arbeiten begegnen ihrem Betrachter oft mit einer geschlossenen, nach innen gerichteten Haltung und Mimik. Eine stille, edle Schönheit zeichnet sie aus.
Bei der Gestaltung scheint der Künstler von kubistischen Vorbildern beeinflusst. Die Oberflächen sind häufig glatt, wodurch die in facettenartigen Flächen aufgebaute Struktur der Figuren noch deutlicher hervortritt. Bei seinen Masken und Pferden finden sich gelegentlich schmückende Elemente, mal mit farbigen Patinas, mal aus Schmucksteinen oder auch mit Federn. Manchmal finden sich rätselhafte Zeichen. Die Assoziation von Kultobjekten fremder, vergangener Kulturen liegt Nahe.
(Daneben beweist Marco Flierl mit Kleinplastiken ganz anderer Ästhetik sein Verständnis für szenisch-narrative Darstellungen, deren Motive seinen genauen, kritisch-humorvollen Blick auf das Alltagsleben unter Beweis stellen.)
In seiner Gießerei in Berlin-Weißensee arbeitet Flierl vorwiegend im Wachsausschmelz-Verfahren. Sein Kommentar zu der Arbeit mit dem Sandguss während der Symposien von EL VUELO DEL BRONCE vermittelt gleichermaßen die Atmosphäre der Leichtigkeit als auch seine Begeisterung für die Sinnlichkeit des Formens und des Materials:
„Es ist mir ein Vergnügen, wenn meine Visionen und Träume sorglos ihre Linien im Sand ziehen, wenn die Abdrücke ihre sanften Schatten werfen und wenn man das Schillern der Bronze unterer der rauen Haut des Rohgusses erahnt.“
1963 geboren in Berlin
1980 – 1983 nach Oberschule Ziseleurlehre in der Kunstgießerei Seiler,
Schöneiche (Land Brandenburg)
1984 – 1986 Qualifizierung zum Kunstformer und Kunstgießer
Plastikabendstudium an der Kunsthochschule Berlin
1989 Mitglied im Verband Bildender Künstler
1992 Gründung der Kunstgießerei und Galerie Flierl
2006 Umzug der Gießerei und Galerie nach Berin-Weißensee, Friesickestr.17
Ausstellungen (Auswahl)
1992 Galerie Friedrichstadt e. V.
1993 Galerie Pels-Leusden
1995 Kloster Zehdenik
1996 „Pittura e Colline“ (Beteiligung), San Marzano, Italien
1997 „Nordwestkunst“ (Beteiligung), Kunsthalle Wilhelmshaven
1997 „Holder Mammon“ (Beteiligung), Quedlinburg, Berlin, Halle
1998 Gotisches Haus, Berlin-Spandau
1998 Galerie Ermelerspeicher, Schwedt
2000 Dominikanerkloster Prenzlau
2001 Multikulturelles Zentrum Templin, „Uckermark weltweit“
2002 Blumberger Mühle
2003 Robert Koepke Haus, Schwalenberg
2004 Schlossgalerie Laubach
2005 Rathaus - Domäne Schieder
2006 Galeria Nelson Dominguez, Havanna: „El vuelo de Bronce”
2007 Guthaus Neukladow: “Die kleine Bronze”
2008 Sparkasse Uckermark, Prenzlau; Ausstellungen in Berlin
2009 Galerie Netuschil, Darmstadt: „El vuelo de Bronce“
2009 Galerie Sophien-Edition, Berlin
2010 Galerie Meyer – Zeitkunst - , Lüneburg: „El vuelo de Bronce“
2011 Galerie Zwerglgarten, Salzburg
2012 Galerie Havanna, Bremen
Werke im öffentlichen Raum
1993 Brunnen Marktplatzgestaltung Liepe, Brandenburg
1999 „Nicht zuständiger Beamter“, Landratsamt Prenzlau
1999 Foyergestaltung des Oberstufenzentrums Prenzlau
Arbeits- und Studiereisen
1990 Frankreich – Burgund, Arbeiten in Marmor und Kalkstein
1992 Italien – Studienreise Toskana, Villa Romana, Florenz
1993 USA – New York, Arbeiten in einer Kunstgießerei
1995 Griechenland – Naxos, Symposium, Arbeiten in Marmor
2004/
2005 Dozent Sommerakademie Schwalenberg – Plastisches Gestalten und Kunstguß
2006-
2009 „El Vuelo de Bronce“ Gusssymposien – Havanna/ Santiago de Cuba